Befragung, Experiment und Beobachtung

Bei Primärerhebungen gibt es verschiedene Arten der Informationsgewinnung. Das ist die Befragung, die Beobachtung und das Experiment. A. Die Befragung Definition: Aufforderung zu Auskünften über Tatsachen, die dem Befragten bekannt […]

Bei Primärerhebungen gibt es verschiedene Arten der Informationsgewinnung. Das ist die Befragung, die Beobachtung und das Experiment.

A. Die Befragung

Definition:
Aufforderung zu Auskünften über Tatsachen, die dem Befragten bekannt sind oder Aufforderung zur Meinungsäußerung über solche Tatbestände, zu denen der Befragte einer Äußerung fähig erscheint.

Form der Befragung:
Man unterscheidet zwischen:

  1. schriftliche Befragung
  2. mündliche Befragung
  3. telefonische Befragung

1. Schriftliche Befragung:
Voraussetzung: Vorhandensein eines ausformulierten Fragebogens.

Vorteile der schriftlichen Befragung:

  • Mehr Zeit für die Beantwortung der Fragen
  • keine unüberlegten Antworten, aber fehlende Spontanität
  • schwer erreichbare Befragtenkreise werden besser erreicht
  • eine räumliche Repräsentanz ist ohne großen, teuren Interviewerstab zu realisieren
  • Interviewereinfluss wird vermieden
  • kostengünstiger (relativiert sich durch evtl. teure Nachfaßaktionen)

Nachteile der schriftlichen Befragung:

  • tendenziell geringe Antwortquote
  • Repräsentativverzerrung durch systematischen Fehler (Struktur der Antworten ist zu prüfen)
  • teure Nachfaßaktionen
  • Stichtag der Erhebung ist uneinheitlich, da die Wahl des Beantwortungszeitpunktes beim Befragten liegt
  • mögliche Beeinflussung durch Dritte
  • Gefahr des Fragefehlverstehens
  • der Umfang des Fragebogens muß begrenzt sein

2. Telefonische Befragung:
Die telefonische  Befragung gewinnt in der heutigen Zeit immer mehr an Boden, gerade aus Kostensichtsgründen. Vor Beginn der Befragung wird der Proband zwecks Terminvereinbarung angerufen: „Wir führen eine Untersuchung zum Thema ….. durch und würden Ihnen gerne ein paar Fragen stellen. Die Befragung dauert ca. …. Minuten. Wären Sie bereit ……“ In einem erneuten Anruf zum vereinbarten Termin wird das eigentliche Interview durchgeführt.

Die Vorteile der telefonischen Befragung:

  • Kostenersparnis gegenüber der mündlichen Befragung
  • das Ablesen des Fragebogens stört nicht
  • Schnelligkeit
  • relative Anonymität
  • Fragen können erklärt werden

Nachteile der telefonischen Befragung:

  • fehlende Repräsentanz, da nur Telefonbesitzer befragt werden
  • schwieriges Erreichen von Befragten
  • Gefahr von unkonzentrierten Antworten

3. Mündliche Befragung (Interview):
Die Vorteile der mündlichen Befragung:

  • relativ hohe Antwortquote
  • keine Beeinflussung durch Dritte
  • keine Verzerrung durch Kenntnis des Fragebogenaufbaus

Nachteile der mündlichen Befragung:

  • Hohe Kosten
  • störender Interviewereinfluß (dadurch das eine Person die Fragen vorliest, können Verzerrungen auftreten)
  • Hemmungen und Antwortverweigerer bei bestimmten Befragungsgegenständen
  • evtl. falsches Verhalten des Interviewers

B. Beobachtung:

Definition:
Die Beobachtung ist eine planmäßige und unmittelbare Erfassung von sinnlich wahrnehmbaren Tatbeständen und Vorgängen (faktischen, tatsächlichen Geschehen).
Die Erfassung erfolgt nicht durch sprachlichen Kontakt.
Charakteristisch für die Beobachtung:   Es ist keine Bereitschaft zur Auskunft erforderlich (Videokamera läuft auch ohne Einverständnis). Der Proband gibt unbewußt Informationen.
Die Beobachtung ist gegenwartsgebunden.

C. Experiment:

Definition:
Das Experimentist eine wiederholbare Messung der abhängigen Variablen unter kontrollierten Bedingungen, wobei eine oder mehrere unabhängige Variable (n) manipuliert wird (werden). Anders ausgedrückt werden bewußt bestimmte Veränderungen herbeigeführt und versucht, die Entwicklung aufgrund dieser Veränderung zu ermitteln

Quelle:
Scriptsammlung: Marktforschung und Konsumentenverhalten von Prof. Dr. Christian Behrends aus dem Wintersemester 1995/96
Scriptsammlung: Marktforschung und Konsumentenverhalten von Prof. Dr. Michael Schlesinger aus dem Sommersemester 1994

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Über Dieter Koenig

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